| Republikanische Partei (Vereinigte Staaten) | |
|---|---|
| Parteivorsitzender | Mike Duncan |
| Vorsitzender der Senatsfraktion | Mitch McConnell |
| Vorsitzender im Repräsentantenhaus | John Boehner |
| Gründung | 1854 |
| Hauptsitz der Partei | 310 First Street SE Washington, D.C. 20003 |
| Ausrichtung | Konservatismus Neokonservatismus Nationalismus Liberalkonservatismus |
| Internationale Verbindungen | GOP-Europe |
| Farbe(n) | Rot (inoffiziell) |
| Website | www.gop.com |
Die Republikanische Partei (engl. Republican Party, auch als Republicans, oder Grand Old Party, GOP [„Große Alte Partei“] bezeichnet) ist neben der Demokratischen Partei eine der beiden großen Parteien der USA. Sie ist die konservativere der beiden Parteien.
Der aktuelle Präsident der USA, George W. Bush, wird von der Republikanischen Partei gestellt. Bush ist noch bis zum 20. Januar 2009 Präsident der USA und wird dann von dem Demokraten Barack Obama abgelöst, der am 4. November 2008 zum neuen Präsidenten gewählt wurde. Vorsitzender des nationalen Organisationsgremiums der Partei, das Republican National Committee, ist jedoch nicht Präsident Bush, sondern Mike Duncan (seit Oktober 2007). Ihr Wappentier ist der Elefant. Die (inoffizielle) Parteifarbe ist rot.
Inhaltsverzeichnis |
Bearbeiten Geschichte
Bearbeiten Gründung
Die Republikanische Partei wurde am 28. Februar 1854 in Ripon, Wisconsin als Partei gegen die Ausbreitung der Sklaverei gegründet. Sie hatte nichts mit der namensähnlichen Demokratisch-Republikanischen Partei von Thomas Jefferson, mit der sie häufig verwechselt wird und aus der die Demokratische Partei hervorging, zu tun. Die National Republican Party von Henry Clay kann auch nur indirekt als ihre Vorgängerin betrachtet werden, zumal viele in dieser Partei später bei den Whigs gearbeitet haben. Eine große Zahl des nördlichen Teils der Whig Party fand sich dann nach der republikanischen Parteigründung in der neuen Partei wieder und brachte auch Bestandteile ihres früheren Parteiprogramms ein. Spätestens nach dem Ausbruch des US-Bürgerkriegs wechselten auch viele Demokraten der Nordstaaten (vor allem aus dem ländlichen Raum in Gegenden mit fruchtbarem Boden und wenig Landverpachtung) wegen der zunehmenden Dominanz des Südens in ihrer Partei zu den Republikanern. Der erste Konvent der Partei fand am 6. Juli 1854 in Jackson, Michigan statt. Neben Mitgliedern der Whig-Partei kamen auch Teile der Free Soil Party und der American Party dazu.
Bearbeiten Bürgerkrieg und republikanische Dominanz (1860-1896)
In den Auseinandersetzungen um die Sklaverei sammelten sich deren Gegner bei den Republikanern, die 1860 auch die Wahl Abraham Lincolns (der 1846 für die Whigs schon in den Kongress gewählt worden war) zum ersten republikanischen Präsidenten durchsetzten. Die Präsidentschaftswahlen 1864 fanden während des Bürgerkrieges statt. Wählen durften nur die unionstreuen Staaten. Die Republikaner, die Nordstaaten-Demokraten und Teile der unionstreuen Südstaaten-Demokraten traten unter dem Namen National Union Party (Nationale Unionspartei) zur Wahl an. Kandidat war der republikanische Präsident Abraham Lincoln, Vizepräsidentschaftskandidat der Südstaaten-Demokrat Andrew Johnson. Nach der Ermordung Lincolns im Jahr darauf wurde somit mit Johnson ein Demokrat Präsident. Nach der Wahl von 1868 ging das Weiße Haus erneut an die Republikaner, die etwa ein halbes Jahrhundert lang die Politik der Vereinigten Staaten dominierten. In dieser Zeit gab es nur einen demokratischen Präsidenten: Grover Cleveland, der 1884 und 1892 jeweils für vier Jahre zum Präsidenten gewählt wurde.
Ursprünglich waren die Hauptbastionen der Republikaner der Nordosten, der mittlere Westen und die Westküste, während die Demokraten im Süden (wo die Republikaner als verhasste Yankees galten) und in dem dünner besiedelten Teil des Westens (sofern das Gebiet als Staat dem Bund beigetreten war) dominierten. Seit der Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 1964 hat sich dieses Verhältnis größtenteils umgekehrt (siehe Solid South).
Bearbeiten Die progressive Ära (1896-1932)
Ab 1896 - mit der Wahl von William McKinley, dem 1901 nach dessen Ermordung Theodore Roosevelt folgte - gewann in der Republikanischen Partei der Progressivismus an Macht. Die Wahl von 1912 gewannen erstmals seit 1892 die Demokraten mit Woodrow Wilson. Dies lag unter anderem daran, dass der frühere Präsident Roosevelt für die Progressive Party kandidierte und dem republikanischen Amtsinhaber William Howard Taft viele Stimmen wegnahm. Letzterer wurde schließlich nur Dritter. 1920 konnten die Republikaner ins Weiße Haus zurückkehren.
Bearbeiten Opposition zum New Deal (1932-1953)
Bei den Präsidentschaftswahlen 1932 konnte der demokratische Kandidat Franklin D. Roosevelt klar gegen Amtsinhaber Herbert C. Hoover gewinnen. Als Grund gilt die Weltwirtschaftskrise. Die von Roosevelt eingeführten Reformen werden New Deal genannt und waren beim Volk sehr beliebt. Die Demokraten stellten mit Roosevelt und Harry S. Truman 20 Jahre bis 1953 den Präsidenten.
Bearbeiten Eisenhower, Nixon und Ford (1953 - 1980)
Dwight D. Eisenhower wurde sowohl von den Republikanern, als auch von den Demokraten, die Präsidentschaftskandidatur ihrer Partei angeboten. Er ließ sich 1952 von den Republikanern nominieren und siegte bei den Wahlen 1952 und 1956.
Eisenhowers Vize-Präsident Richard Nixon unterlag bei der Wahl 1960 knapp gegen John F. Kennedy. Der konservative Barry Goldwater trat 1964 für die Republikaner gegen Kennedys Nachfolger Lyndon B. Johnson an, scheiterte aber deutlich.
Nixon trat 1968 erneut an und errang die Präsidentschaft, die er 1972 mit großer Mehrheit verteidigte. Der Watergate-Skandal führte 1974 zu seinem Rücktritt. Sein Vize-Präsident Gerald Ford folgte ihm als Präsident, verlor aber die folgende Wahl 1976 gegen Jimmy Carter.
Bearbeiten Von Reagan zu Bush (seit 1980)
Ronald Reagan produzierte mit den Erdrutschsiegen in den Wahlen 1980 und 1984 eine politische Neuorientierung. 1984 gewann er fast 60 % der Volksstimmen und alle Bundesstaaten außer Minnesota und dem District of Columbia. Damit erhielt er 525 von 538 Wahlmännerstimmen.
Als maßgeblicher Grund für Reagans Erdrutschsiege gilt dessen liberale Wirtschaftspolitik (Reaganomics), er senkte den Spitzensteuersatz der Einkommensteuer von 70 % auf 33 %. Als Reagan-Demokraten werden die Wähler bezeichnet, die grundsätzlich eher den Demokraten zuneigten, allerdings bei diesen Wahlen Reagan die Stimme gaben. Diese waren meist weiße Arbeiter. Der demokratische Meinungsforscher Stan Greenberg meinte, dass die Reagan-Demokraten ihre Partei nicht mehr als Meister der Mittelklasse sehen, sondern nur noch als eine Partei, die sich um das Wohle anderer, wie den Afroamerikanern, kümmern.
1988 wurde Reagans Vizepräsident George H. W. Bush ebenfalls mit einem Erdrutschsieg ins Präsidentenamt gewählt.
1992 unterlag Bush dem demokratischen Gouverneur von Arkansas, Bill Clinton. Bei den Wahlen 1996 trat Bob Dole gegen Amtsinhaber Bill Clinton an. Clinton gewann mit fast 10 % Vorsprung im Volksvotum. Es war die größte republikanische Niederlage seit 1964.
Bei den republikanischen Vorwahlen 2000 setzte sich George W. Bush, Sohn des 41. Präsidenten, unter anderem gegen John McCain, Elizabeth Dole und Alan Keyes durch. Bei der Wahl errang er zwar im Volksvotum 500.000 Stimmen weniger als sein Konkurrent, Vizepräsident Al Gore, konnte sich aber im Wahlmännerkollegium mit 271 zu 267 Stimmen knapp durchsetzen.
Im Zuge der Terroranschläge vom 11. September 2001 gewann Präsident Bush große politische Unterstützung. Direkt auf die Anschläge folgte der Afghanistankrieg 2001. Auch beim Irakkrieg 2003 hatte Bush die fast einstimmige Unterstützung der Republikaner und der meisten Demokraten im Kongress. Bush begründete den Irak-Krieg mit einem Verdacht auf Massenvernichtungswaffen.
Auch bei den Halbzeitwahlen 2002 konnten die Republikaner ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus erweitern und im Senat zurückgewinnen. Es war das erste mal seit 1932, dass eine Partei, die den Präsidenten stellt, aus den Halbzeitwahlen gestärkt hervorging. Ohne Gegenkandidat gewann Bush die Vorwahlen der Partei für die Präsidentschaftswahlen 2004 und entschied diese dann auch mit seiner politischen Plattform A saver world and a more hopeful America (eine sicherere Welt und ein hoffnungsvolleres Amerika) gegen John F. Kerry für sich. Die Republikaner konnten ihre Mehrheit im Kongress erneut leicht ausbauen.
Bei den Vorwahlen zur Wahl 2008 setze sich Senator John McCain durch. Vor den Vorwahlen galt noch der frühere New Yorker Bürgermeister Rudy Giuliani als Favorit der Republikaner. Anfang 2008 kam es zu einem Dreikampf zwischen McCain, Mike Huckabee und Mitt Romney, den McCain früh für sich entscheiden konnte. Als Vizepräsidentschaftskandidatin nominierte er Alaskas Gouverneurin Sarah Palin.
Bei der Wahl 2008 verlor McCain gegen den Demokraten Barack Obama.
Bearbeiten Ideologie und Klientel der Republikanischen Partei
Größter Gegensatz zwischen Republikanern und Demokraten ist das gewünschte Verhältnis zwischen (Privat-)Autonomie und Zentralismus. Während die Demokraten eher dazu neigen, möglichst viele Kompetenzen auf Washington D.C. zu vereinen, wird in der Republikanischen Partei vermehrt die Selbstverwaltung der Bundesstaaten favorisiert. Auch die vielen basisdemokratischen Elemente der Kommunalverwaltungen sind traditionell republikanische Anliegen.
Die Republikaner sind, wie auch die Demokraten, eine Koalition verschiedener Interessensgruppen, da die Koalitionsbildung in einem Mehrheitswahlsystem anders als beim Verhältniswahlsystem innerhalb der Parteien und nicht zwischen den Parteien stattfinden muss. Neben christlich-fundamentalistischen Kräften, die derzeit im Zentrum des Medieninteresses stehen, finden die Republikaner auch Unterstützung von Befürwortern der freien Marktwirtschaft, einer Politik der Aufrüstung und der selbstbewussten Verfolgung von nationalen Interessen, auch wenn diese innerhalb der UNO keinen Konsens finden. Traditionell erhalten die Republikaner viele Spenden nicht nur von Rüstungs- sondern auch von Tabakkonzernen und Ölfirmen. Umweltorganisationen und Firmen in den Neuen Medien bleiben ihr eher fern. Trotzdem hat Microsoft seit den Kartellprozessen der Clinton-Regierung gegen diese Firma, im Gegensatz zu ihren potentiellen Konkurrentinnen, ihre Spendentätigkeit deutlich erhöht. Mit Ausnahme der Gegenden mit reichen Vororten, wo die Partei eher für Steuersenkungen auftritt, profiliert sie sich gegen Abtreibung, gegen die Gleichstellung homosexueller Paare und gegen Restriktionen beim Waffenbesitz. In den Auseinandersetzungen um die Gesundheitspolitik stehen Ärzte, Pharmafirmen und Versicherungen eher den Republikanern näher, während Anwälte (denen Kostentreiberei durch Klagen wegen ärztlichen Kunstfehlern nachgesagt wird) eher auf Seite der Demokraten stehen.
Die Republikanische Partei rekrutiert ihre Wählerschaft tendenziell eher in den ländlichen Gebieten und in den Südstaaten der USA, während in den Küstenregionen und den größeren Städten (vor allem im Norden) eher die Demokraten gewählt werden.
Bearbeiten Präsidenten der Republikanischen Partei
- Abraham Lincoln, 1861–1865
- Ulysses Grant, 1869–1877
- Rutherford Hayes, 1877–1881
- James Garfield, 1881
- Chester Arthur, 1881–1885
- Benjamin Harrison, 1889–1893
- William McKinley, 1897–1901
- Theodore Roosevelt, 1901–1909
- William Taft, 1909–1913
- Warren G. Harding, 1921–1923
- Calvin Coolidge, 1923–1929
- Herbert Hoover, 1929–1933
- Dwight Eisenhower, 1953–1961
- Richard Nixon, 1969–1974
- Gerald Ford, 1974–1977
- Ronald Reagan, 1981–1989
- George H. W. Bush, 1989–1993
- George W. Bush, 2001-2009
Bearbeiten Präsidentschaftswahlen
Rot unterlegte Kandidaten gingen als Verlierer, grün unterlegte als Gewinner und somit Amtsinhaber aus den Wahlen hervor.
| Jahr | Kandidat Präsident |
Wahlstimmen (absolut) |
Wahlstimmen (prozentual) |
Wahlmänner |
|---|---|---|---|---|
| 1856 | John Charles Fremont | 1.342.345 | 33,1 % | 114 |
| 1860 | Abraham Lincoln | 1.865.908 | 39,8 % | 180 |
| 1864 | Abraham Lincoln | 2.218.388 | 55,0 % | 212 |
| 1868 | Ulysses S. Grant | 3.013.650 | 52,7 % | 214 |
| 1872 | Ulysses S. Grant | 3.598.235 | 55,6 % | 286 |
| 1876 | Rutherford B. Hayes | 4.034.311 | 47,9 % | 185 |
| 1880 | James A. Garfield | 4.446.158 | 48,3 % | 214 |
| 1884 | James Gillespie Blaine | 4.848.936 | 48,2 % | 182 |
| 1888 | Benjamin Harrison | 5.443.892 | 47,8 % | 233 |
| 1892 | Benjamin Harrison | 5.190.819 | 43,0 % | 145 |
| 1896 | William McKinley | 7.112.138 | 51,0 % | 271 |
| 1900 | William McKinley | 7.228.864 | 51,6 % | 292 |
| 1904 | Theodore Roosevelt | 7.630.457 | 56,4 % | 336 |
| 1908 | William Howard Taft | 7.678.395 | 51,6 % | 321 |
| 1912 | William Howard Taft | 3.486.242 | 23,2 % | 8 |
| 1916 | Charles Evans Hughes | 8.548.728 | 46,1 % | 254 |
| 1920 | Warren G. Harding | 16.144.093 | 60,3 % | 404 |
| 1924 | Calvin Coolidge | 15.723.789 | 54,0 % | 382 |
| 1928 | Herbert C. Hoover | 21.427.123 | 58,2 % | 444 |
| 1932 | Herbert C. Hoover | 15.761.254 | 39,7 % | 59 |
| 1936 | Alf Landon | 16.681.892 | 36,5 % | 8 |
| 1940 | Wendell Willkie | 22.347.744 | 44,8 % | 82 |
| 1944 | Thomas Dewey | 22.017.929 | 45,9 % | 99 |
| 1948 | Thomas Dewey | 21.991.292 | 45,1 % | 189 |
| 1952 | Dwight D. Eisenhower | 34.075.529 | 55,2 % | 442 |
| 1956 | Dwight D. Eisenhower | 35.579.180 | 57,4 % | 457 |
| 1960 | Richard Nixon | 34.108.157 | 49,6 % | 219 |
| 1964 | Barry Goldwater | 27.175.754 | 38,5 % | 52 |
| 1968 | Richard Nixon | 31.783.783 | 43,8 % | 301 |
| 1972 | Richard Nixon | 47.168.710 | 60,7 % | 520 |
| 1976 | Gerald Ford | 39.148.634 | 48,0 % | 240 |
| 1980 | Ronald Reagan | 43.903.230 | 50,7 % | 489 |
| 1984 | Ronald Reagan | 54.455.472 | 58,8 % | 525 |
| 1988 | George H. W. Bush | 48.886.597 | 53,4 % | 426 |
| 1992 | George H. W. Bush | 39.104.550 | 37,4 % | 168 |
| 1996 | Bob Dole | 39.198.755 | 40,7 % | 159 |
| 2000 | George W. Bush | 50.460.110 | 47,9 % | 271 |
| 2004 | George W. Bush | 62.040.610 | 50,7 % | 286 |
| 2008 | John McCain | 46,0% | 173 |
Bearbeiten Siehe auch
- Demokratische Partei
- Demokratisch-Republikanische Partei
- Liste der politischen Parteien der Vereinigten Staaten
Bearbeiten Literatur
- Kevin Phillips: American Theocracy. The Peril and Politics of Radical Religion, Oil, and Borrowed Money in the 21st Century. Viking Books, März 2006. – ISBN 0-670-03486-X (Rezension: [1]; auch als Audiobuch erhältlich. – Kevin Phillips war republikanischer Parteistratege und zieht in seinem Buch eine beunruhigende Bilanz der Entwicklung der GOP.)
Bearbeiten Weblinks
- Republican National Committee
- Daniel Casse, Crashing the party: President Bush's policies have reawakened a GOP identity crisis. („Los Angeles Times“, 12. März 2006 – Der Autor fungierte als Berater bei vier Präsidentschaftswahlkämpfen der Republikanischen Partei)
- Republicans Abroad Germany
